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Hochzeitsgeschenk zu klein: Mann verbrannte seine Frau
Familie des Täters wollte ein Auto/Mordprozess gegen Unternehmer
von Eberhard Unfried aus der tz/Dienstagausgabe 5.3.2002
München
Die Mörder kamen im Morgengrauen: die Inderin Amarjit K. (28) betete gerade,
als sie eine kühle Flüssigkeit auf ihrem Körper spürte. Benzin! Sie sah, wie
ihr Ehemann Gurdev ein Streichholz entzündete, dann stand sie in hellen flammen
Zwei Tage litt sie unter schrecklichen Qualen, bis sie der Tod erlöste. In
München, rund 8000 Kilometer vom Tatort entfernt, begann jetzt der Mordprozess.
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Mewa K. (50), ältester bruder der Braut und seit dem Tod des Vaters
Oberhaupt der Familie, machte umgerechnet etwa 25000 Euro locker für die
Brautgeschenke. "Er bekam ein Motorrad, Goldschmuck, ein Fernsehgerät,
einen Kühlschrank, Möbel sowie Kleidung für sich und seine Familie",
berichtete Mewa K. gestern vor Gericht. doch als er die Geschenke seinem
Schwager und dessen Familie überreicht habe, hätten ihn alle bitterböse
angestarrt. Mewa K.:"Sie wollten unbedingt noch ein neues Auto haben".
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Am 7. April 2001 folgte die teuflische "Brautverbrennung". ehe das
Opfer in einem Provinzkrankenhaus qualvoll starb, konnte es noch die Namen der
Mörder nennen: ihr Ehemann, dessen Mutter, der Bruder und der Neffe. Zehn
Zeugen sollten gestern aus Indien ankommen, die Justiz hatte ihnen die Tickets
bezahlt. Doch nur drei erschienen. von sieben verlor sich die Spur nach der
Zwischenlandung in Wien.
Schreckliche Tradition: So genannte Mitgift-Morde haben in Indien eine
schreckliche Tradition. Gängigste Methode ist die als Küchenunfall getarnte
"Brautverbrennung". Laut Amnesty International werden jährlich
mindestens 7000 Frauen von der raffgierigen Verwandtschaft getötet. Himendra
Thakur, Vorsitzender einer internationalen Schutzorganisation, schätzt die Zahl
der Opfer sogar auf 25000. Die Regierung schuf einen eigenen Paragrafen gegen
die Brautverbrennung (§498a) mit einer Strafandrohung bis zu 30 Jahren Haft.
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